Impressum | Kontakt | RSS | Login
  • Facebook

Auch Draht-Wolf-Mitarbeiter streiken für mehr Lohn

Deutschlandweit streikt die Industriegewerkschaft (IG) Metall. So auch in Gütersloh. Am Mittwochmittag verlängerten Mitarbeiter der Seil- und Drahtwerke Gustav Wolf ihre Pause und stellten sich auf eine lange, zugespitzte Verhandlungsrunde ein.

Die Mitarbeiter kämpfen für eine Lohnerhöhung von sechs Prozent und um flexiblere Arbeitszeiten. „Für uns geht es aber hauptsächlich um die sechs Prozent. Ich bin zuversichtlich, dass wir dieses Ziel erreichen“, sagte Wolf-Betriebsratvorsitzender Roland Stiens. Rund 30 seiner Kollegen fanden sich vor dem Verwaltungsgebäude der Firma an der Sundernstraße ein. Darunter auch Beate Kautzmann, Bevollmächtigte der IG Metall Gütersloh-Oelde. „Wir stehen erst am Beginn des Streiks. Wir fangen langsam an“, erklärte Kautzmann. „Es ist der erste Warnschuss.“


Erstes Angebot

Zumindest die Spätschicht des Unternehmens fing am Mittwoch später an als sonst – von 13.30 bis 14.30 Uhr trafen sich die Kollegen, um über die Lohnforderungen zu diskutieren. „Wir hatten bereits ein Zwei-Prozent-Angebot zur Lohnsteigerung bekommen“, sagte Stiens. „Das hatte mich schon überrascht. Aber ich denke, da geht noch mehr.“ Das Brisante: der Geschäftsführende Gesellschafter Dr. Ernst Wolf ist beim Arbeitgeberverband, sitzt bei den Verhandlungen selbst mit am Tisch. „Es ist also wichtig, ein erstes Zeichen zu setzen“, betonte Stiens. Auch wenn Wolf selbst nicht anwesend war am Mittwoch.


Gewerkschaft will Arbeitskampf wenn nötig zuspitzen

Am heutigen Donnerstag gehen Arbeitgeber und IG Metall in Baden-Württemberg in die dritte Verhandlungsrunde. „Wenn dort kein Wunder geschieht, dann wird das nicht unser einziger Streiktag bleiben“, kündigte Kautzmann gegenüber den Mitarbeitern und Vertretern an. Im Gegenteil: „Wir haben noch einiges im Köcher.“ Sollten sich die Arbeitgeber nicht auf die Forderungen der IG Metall einlassen, soll es bei Draht Wolf schon in der kommenden Woche einen 24-Stunden-Streik geben. „Wir werden die Lage zuspitzen und den Betrieb zum Stillstand bringen“, sagte Kautzmann. Am morgigen Freitag wird aber zunächst ab 9.15 Uhr bei Miele gestreikt. Dort werden sich IG Metall und Mitarbeiter ebenfalls auf einen Arbeitskampf einstimmen, der langsam Fahrt aufnimmt.