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Verhandlungen vertagt - Gewerkschaft lehnt erstes Angebot der Textilarbeitgeber ab

Die Arbeitgeber der Textil- und Bekleidungsindustrie haben in der zweiten Runde der Tarifverhandlungen gestern in Bielefeld ein erstes Angebot vorgelegt: Sie boten eine Lohnerhöhung um 2,9 Prozent in zwei Schritten bei einer Laufzeit von 28 Monaten an. Das lehnte die IG Metall jedoch umgehend ab. Beide Seiten vertagten sich auf die nächste Verhandlungsrunde am 15. Februar in Saarlouis.

Konkret sah das Angebot eine Erhöhung um 1,4 Prozent zum 1. Juni vor, eine weitere von 1,5 Prozent zum 1. Juni 2018. Das Paket sollte eine Laufzeit haben bis zum 31. Mai 2019. In der Branche sind 100 000 Menschen deutschlandweit tätig, davon 24 000 in OWL.

»Unsere Branche befindet sich zurzeit in einem schwierigen Umfeld. Außerdem erfolgte die letzte Lohnerhöhung erst zum 1. Juni des vergangenen Jahres«, erklärte der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Wolfgang Brinkmann aus Herford. Er forderte die IG Metall auf, ihre »überzogene Forderung« fallen zu lassen. Die Arbeitgeber benötigten jetzt Planungssicherheit durch eine lange Tariflaufzeit.

»Das Angebot der Arbeitgeber ist zu mager. Bei der Altersteilzeit zeigten die Arbeitgeber keinerlei Gesprächsbereitschaft«, kritisierte Heide Schnare, Gewerkschaftssekretärin der IG Metall. Die Gewerkschaft fordert die Arbeitnehmer jetzt zu Warnstreiks auf. Die Friedenspflicht endet am 31. Januar. Über das Vorgehen will die IG Metall am 23. Januar beraten.

Gestern demonstrierten bereits fast 300 Beschäftigte aus Firmen der Textil- und Bekleidungsindustrie vor dem Verhandlungsort: Sie forderten 4,5 Prozent mehr Lohn und eine bessere Altersteilzeitregelung.